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Bildung zu Hause Alan Thomas

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Bildung zu Hause
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Seiten: 278
erschienen: 2007
ISBN: 978-3-940596-00-0
Preis: 18,90 EUR
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von Stefan Sedlaczek - 09.05.2008

Bildung zu Hause - Eine sinnvolle Alternative

Die Studie des internationalen Bildungsforschers Dr. Alan Thomas erschien bereits 1998 und ist endlich auch in einer gelungenen deutschen Übersetzung im Tologo-Verlag erhältlich.

Die Erkenntnisse dieser Studie ermöglichen ein besseres Verständnis kindlicher und jugendlicher Bildungsmethodik und machen die Vor- und Nachteile schulischen und außerschulischen Lernens leicht und interessant zugänglich. Dabei ging es dem Bildungsforscher zunächst gar nicht um Bildung zu Hause, sondern um individualisiertes Lernen. So sehr Schule und mit ihr Bildungspolitik (die ja in Deutschland auf Schule beschränkt ist) weltweit individuelle Förderung anstrebt, so wenig kann sie diese leisten. Dies liegt in der Natur der Sache und machte das Erforschen individuellen Lernens außerhalb der Schule notwendig. Dr. Alan Thomas schreibt: „Individualisierter Unterricht kann nicht in der Schule erforscht werden, weil er dort selten stattfindet.“ – und weiter: „Die einzige Möglichkeit, in einer Situation, in der individualisierter Unterricht für das Kind zur Tagesordnung gehört, mehr herauszufinden, besteht darin, sich mit Kindern zu befassen, deren Bildung zu Hause stattfindet“. Einem Freund seines Übersetzers zu Folge soll der Autor der Studie erst dadurch von den Vorzügen heimischer Bildung und kindgerechten Lernens überzeugt worden sein. Der Hoffnung, daß auch in Deutschland aus manchem Saulus-Homeschool-Verfolger ein Paulus-Bildungsbefreier mögen werde, sei hier Ausdruck verliehen.

Informelles Lernen ist sehr effizient

Eine wichtige Erkenntnis der Studie ist, daß informelles Lernen sehr effizient ist. Und so ergab jüngst eine Studie der UN, daß selbst bei Schülern die hauptsächliche Wissensvermittlung nicht durch den formalen Schulbesuch und Schulunterricht, sondern zu 70 % außerschulisch und informell erfolge.* Bildung zu Hause ermöglicht kindzentrierten und kindgerechten Wissens- und Erfahrungserwerb aus verschiedenen Gründen wie der Natürlichkeit der Umgebung als auch der Anfragebereitschaft der Eltern: hier fragen die Kinder, in der Schule werden die Kinder abgefragt. Dr. Alan Thomas dazu: „Vom Standpunkt der Informationsverarbeitung wird nur die Information verarbeitet, die bedeutsam ist, die das bestehende Wissen erweitert, das Interesse oder die Neugier anregt, oder dabei hilft, das bereits teilweise Bekannte zu festigen oder zu üben.“
Solche Erkenntnisse ergaben sich aus der Beobachtung und Befragung von 100 Familien aus Australien und dem Vereinigten Königreich Großbritannien. In seinem Buch läßt der Bildungsforscher Eltern und Kinder immer wieder zu Wort kommen. So kann man gut nachvollziehen, auf welcher Basis die reichlichen Erkenntnisse gewonnen wurden.

Umfangreiche Erkenntnisse, Lesen und Schreiben

Nach einer Einführung zur Untersuchung selbst und der Familien behandelt Thomas als theoretischen Hintergrund individualisierten Unterricht und das Lernen in der frühen Kindheit. Bei Kindern, die erst gar nicht in eine Schule gehen, geht diese Art des Lernens einfach weiter, während Kinder die in die Schule gehen ihr Lernen umstellen müssen. Wie schon in der Studie von Thomas Spiegler (die allerdings soziologisch ausgerichtet ist) geht der Bildungsforscher auch hier auf die Gründe der Kinder und Eltern dafür ein, weiter zuhause zu lernen. Dabei stellt auch er fest, daß sich grundsätzlich in der privaten Bildungskarriere eine Entwicklung vollzieht, die hin zu einem zunehmenden Anteil informellen Lernens führt. Es ist leicht zu erkennen, daß die treibende Kraft dabei die Kinder selbst sind. Weiters widmet sich Thomas dem Lesen und Schreiben und macht eine interessante Feststellung: Steht Kindern der Zeitpunkt des Lesenlernens frei, so lernen Kinder, die sich zuhause bilden zu einem guten Teil sowohl früher als auch später Lesen und Schreiben, aber fast alle Kinder – jedenfalls ein deutlich höherer Teil als bei beschulten Kindern - entwickelt eine ausgesprochene Leselust. Selbst die, die dies erst – zum Teil deutlich – später lernen, entwickeln dann auch Interesse, während ihre Pendants auf der Schule zu unlustigen Versagern gestempelt werden.

Entwicklung sozialer Kompetenzen

Auch im Ausland sehen sich Befürworter von „Home Education“, also Bildung zu Hause, Fragen ausgesetzt, wie zuhause die Sozialisation gelingen soll. Thomas stellt hier nicht das Ansinnen von Sozialisation in Frage, erkennt und benennt aber auch die Nachteile schulischer Sozialisation und die Vorteile heimischer und im natürlichen Lebenskontext mit allen Altersgruppen stehender Kinder und Jugendlicher. Diese sind reifer und gegenüber Erwachsenen selbstsicherer. So weist ein zunächst Zuhauselernender darauf hin, daß er in der Schule erst wieder umlernen mußte: „Der Lehrer ist der Feind.“

Das Buch „Bildung zu Hause“ von Alan Thomas verblüfft an vielen Stellen. Es beantwortet alle sich in diesem Zusammenhang aufdrängenden Fragen einfach deshalb, weil diese im Leben der Familien auftauchen: Lernen die Kinder genug? Wie klappt der Übergang auf eine Schule – und umgekehrt? Haben die Kinder genug Kontakte? und vieles andere mehr. Nüchtern und sachlich, aber eben auch selbst oft überrascht, klärt es über die Situation auf. Wer es gelesen hat, wird Homeschooling nicht mehr verbieten können**, es sei denn aus ideologischen Gründen, die einem freien und selbstbestimmtem Gemeinwesen fremd sind. Interessant sind auch drei weitere Erkenntnisse: Es sind relativ wenige Familien, die diese – fast ausnahmslos erfolgreiche - Bildungsmethode wählen, Kindern und Familien mit Schulproblemen kann so - selbst zeitweise – geholfen werden, und nicht zuletzt profitieren die Schulen durch diese Alternative gleich dreifach: in dem ihnen manche vermeidbaren Probleme erspart bleiben, in dem ihnen bei einer Zusammenarbeit neue Erkenntnisse zugänglich werden und durch die bekannte Gewißheit: Wettbewerb belebt das Geschäft - auch das eigene.

zur Website: bildungsfreiheit.org

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